Guten Morgen! Ein weiterer Tag in Miami! Unser letzter! Ein letztes Mal stressfrei aufstehen (ich geh einfach mal davon aus, dass es am Abflugtag stressiger wird). Beim Frühstück wurde ich demokratisch überstimmt, der Supermarkt hatte eine klare Mehrheit gegenüber dem Kubaner von gestern. Wieder ein Frühstücksroulette (Da gibt es so gefüllte Taschen wo man nicht weiß, was drinnen ist. Beim ersten Mal erwischte ich noch Fleisch, beim zweiten Mal war Spinat drinnen), bei dem ich diesmal Glück hatte.

Dann ab zum Strand, das Wetter hätte besser sein können. Nicht so warm wie am Vortag, wolkig und etwas windiger.
Wir nahmen uns wieder eine Strandmuschel und spielten mit dem Gedanken, nichts zahlen zu müssen, denn es dauerte bestimmt eine Stunde, bis kassiert wurde. Schade!

Da ich immer Zettel und Stift im Rucksack mit dabei habe, schrieben wir auf einen Zettel “For Sale $20”. Nein, den Zettel drückten wir nicht Nathalie in die Hand (obwohl das kurz zur Diskussion stand), wir wollten unseren Schirm loswerden. Des scheiß Schirmal! Wenn man bedenkt, dass ein Tagesschirm zur Miete 15 Dollar kostet, dann waren 20 Dollar für einen Kauf nicht viel. Noch dazu war es kein Klumpatschirm. Den Originalpreis (19,90 $) verschwiegen wir natürlich.

Leider spielte das Wetter nicht für uns. Wäre es heißer gewesen, wäre es bestimmt leichter gewesen, das Drum loszuwerden. Es fanden sich zwar Interessenten, konkrete Verhandlungen wurden aber nicht geführt.

Ansonsten tat sich nicht mehr viel. Um etwa 16 Uhr verließen wir den Strand. Good Bye, Miami South Beach, ein letzter Blick noch. Und Tschüss!

Danach waschten wir uns noch ein letztes Mal den Sand von der Haut. Also das wird mir garantiert nicht abgehen, so grauslich. Und dann hätte ich gerne das Strandtuch zum Trocknen aus dem Fenster gehängt. Nur war das nicht möglich. Die Fenster ließen sich nicht öffnen. Das war aber nicht nur hier so. In keinem einzigen Hotel konnte man die Fenster öffnen. Wozu Frischluft, wenn es eine Klimaanlage gibt.

Wenn ich schon bei den Hotels bin, fällt mir noch etwas ein. Außer in diesem Hotel gab es überall eine Bibel. Sogar im Motel.

Als wir fertig waren gingen wir ein letztes Mal am Abend auf den Ocean Drive (schon wieder “ein letztes Mal”, das ganze hört sich so sentimental an, aber ich gebe zu, ich bin schon traurig, dass alles vorbei ist). Vorbei an den ganzen Lokalen, bei mindestens jedem zweiten hörte man das berühmte “two for one” im Bezug auf die Getränke.

Wir fanden dann ein nettes Lokal, wo jede Speise zum halben Preis war. Welch’ Glück! Und zusätzlich noch “two for one” bei den Getränken. Sicherheitshalber klärten wir vor der Bestellung, ob wirklich alles zum halben Preis war. Und die Bedingungen für’s Trinken. 
Eine ordentliche Portion Lachs wurde mir serviert. Mit Reis und Gemüse. Ein durchaus gesundes letztes Abendmahl. Das Bier wurde in einem Glas in Stiefelform serviert. Da schmeckt es gleich noch besser. Nachdem es leer getrunken war wurde wie versprochen das 2. gebracht. Soweit war noch alles in Ordnung. Bis der Kellner einen weißen Zettel hinterließ. Gesamtpreis um die 90 Dollar. Wir rechneten nach, die Rabatte wurden richtig abgezogen. Aber das Bier. Unglaubliche 15 Dollar. FÜNFZEHN! Für ein Krügerl! Der “2for1”-Schmäh funktioniert einfach so, dass die ein Bier einfach doppelt so teuer machen. Dann kostet es im Endeffekt e gleich viel und man kann brav mit “2 for 1” werben. Dass hier 18% Trinkgeld inkludiert waren, war uns sowieso schon klar. Wir zahlten rasch und wollten ein anderes Lokal aufsuchen, um das Basketball-Spiel, welches mittlerweile begonnen hat, anzusehen.

Nächstes Lokal, wieder so eine tolle “2for1”-Aktion. Diesmal fragten wir genauer nach. Da gab es so Riesencocktails, wo bestimmt ein Liter hineinpasst. 32 Dollar, der zweite wäre um die Hälfte. Hallo? Das sind doch keine “2for1”, das sind läppische 25%. Nachdem uns die anderen Cocktails (preislich) auch nicht angesprochen hatten, verließen wir ohne Bestellung das Lokal. Der Kellner machte ein überraschtes Gesicht, aber das war uns in diesem Moment herzlichst egal. Im Fat Tuesday würde sich um dieses Geld einiges mehr ausgehen. Und Basketball wurde auch übertragen. Also war das dann unser Ziel.

Die Amerikaner dürften mehr die Gemütlichen sein, vor der Pause waren nämlich kaum Leute hier.

Erst nach und nach füllte sich das Lokal und Stimmung kam auf. Sogar die Frauen fieberten mit. Trotz Heimvorteil und des Selbstvertrauen des ersten Spiels im Rücken verloren die Heats. Aber es gibt ja noch einige Spiele, um das wieder gerade zu biegen.

Spiele, von denen wir nur aus den Medien erfahren werden. Denn morgen gehts ja zurück.

Nach dem Spiel machten wir uns auf den Heimweg. Süchtig saßen wir noch eine Weile im Innenhof und surften im Internet. Bis wir uns auf unsere Zimmer begaben, um die Koffer zu packen. Ein letztes Mal im Hotel schlafen, die nächste Nacht im Flugzeug würde etwas ungemütlicher werden.

Also: Gute Nacht! Und Zähne putzen nicht vergessen!

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Hallo daheim! Mein voraussichtlich vorvorletzter Blog. Unser Urlaub neigt sich dem Ende zu. Das stellten wir auch beim Frühstück fest, wir zählten Dinge auf, die wir vermissen: Ein richtig guter Kaffee, Leitungswasser, Kornspitz, Schwarzbrot, Gemüse. Und dreilagiges Klopapier! Darauf freuen wir uns wirklich schon. Und auf getrennte Rechnungen! Jedes Mal die unnötige Rechnerei nach dem Essen. Bei unserem heutigen Frühstück hattens wir vergleichsweise leicht: Wir hatten alle das gleiche bestellt, es scheiterte nur daran, dass es niemand genau hatte. Aber das Rätsel lösten wir auch.

Wie man merkt, waren wir heute wieder frühstücken, irgend ein Kubaner. Freundlich, gut, preiswert. Sehr selten in Miami zu finden, so eine Kombination. Auch was für mich noch wichtig war, war die Tatsache, dass es einen Bankomat gab, der funktionierte. Ich hatte die letzten Tage vergeblich versucht, Geld abzuheben. Verschiedene Bankomaten, Kreditkarte und Bankomatkarte, doch die Geräte verweigerten mir jegliche Behebungen (mit der Kreditkarte zahlen klappte zum Glück). Ich kontaktierte daher meinen Bankbetreuer, der mir allerdings versicherte, dass die Karten nicht gesperrt waren. Umso verwunderter war ich dann heute, als es funktionierte.

Ein ähnliches Problem hatte Nathalie, die Bankomatkarte verweigerte, aber die Kreditkarte gab ihr Bares. Was lernt man daraus? Das nächste Mal ordentlich Bargeld mitnehmen, damit man nicht vom Bankomat abhängig ist.

Dann machten wir uns ein weiteres Mal auf dem Weg zum Strand. Der Wind deutlich weniger, dafür die Hitze umso stärker. Diesmal ging ich nicht alleine laufen, Berni lief mit. An die gleiche Strecke war heute nicht zu denken, dafür war es einfach zu heiß. Dennoch quälten wir uns etwa 6 Kilometer durch den Sand. Und danach zur Erfrischung ins türkise Wasser.

Später ging ich dann noch einmal ins Wasser. Und da war ich gleich mitten im Geschehen. Ein Mann schrie. Zuerst leise, dann immer lauter: “Help!” Ich war ziemlich in der Nähe und wollte zu Hilfe eilen (eilen in Bezug auf meine Schwimmkenntnisse ist vielleicht etwas übertrieben). Ein anderer Schwimmer war etwas schneller und  hatte ihn dann gepackt und die Rettungsschwimmer waren auch gleich da. Es war zum Glück nicht viel passiert, der Mann konnte auch bald wieder gehen. Aber das ganze hatte einen Hauch von Baywatch. Und ich mittendrin.

Dann waren wir noch eine Weile am Strand, spielten noch ein paar Spiele und beobachteten die Flieger mit ihren Werbebotschaften, die täglich über unsere Köpfe kreisten.

Anschließend machten wir uns wieder auf dem Weg zum Hotel und dann wurde gegessen. Im Frühstückslokal. Relativ preiswert, ausgiebig und gut. Nach dem Essen wollten wir noch die Skyline von Miami sehen, allerdings war ich von dem Anblick etwas enttäuscht, sah natürlich nicht so aus wie auf den Bildern die man kennt, aber wir hatten’s immerhin versucht.

Zurück gings wieder ins Hotel, die Fat Tuesday Becher wurden aus den Zimmern geholt und auf gings.

Dieses Lokal war echt enttäuschend: Die Hälfte (nicht übertrieben) der Daiquiris gabs nicht, mehr, da dürfte irgendwas an den Geräten kaputt gewesen sein. Es herrschte gähnende Leere in der Bar (okay, es war erst halb 10, aber trotzdem). Dazu sah die Bar ziemlich abgefuckt aus und es gab nichts zum draußen sitzen. Kein Vergleich mit Key West. Wir vertrieben uns die Zeit mit 3 Runden Billard und schauten mal wieder Basketball. Hier gibts eigentlich täglich von 19-2 Uhr Spiele und mittlerweile find ich den Sport echt cool, da tut sich was, Action pur.

Als wir unsere Becher leer getrunken hatten, spazierten wir noch ein wenig durch den Ocean Drive. Trinken wollten wir dann aber nichts mehr, Essen noch weniger, deswegen: Ab ins Bett! 

“Servus die Wadl’n”, das war mein erster Gedanke nach dem Aufstehen. Durch das Barfußlaufen wurde eine Muskelgruppe beansprucht, die sonst eigentlich nie trainiert wird. Die Folge war ein ordentlicher Muskelkater, zu einem Krampf fehlte nicht mehr viel. Aber man hatte wenigstens das Gefühl etwas getan zu haben. Mehr als den ganzen restlichen Urlaub zusammen.

Unser Frühstück holten wir wieder beim Supermarkt, von dort sollte auch unsere Sightseeing-Tour starten.
Ein mäßig englisch sprechender Spanier erzählte und auf englisch und spanisch etwas über Miamiiiii. Dass Iglesias Senior und Junior in Miamiiii Beach wohnen, ebenso John Travolta und einige andere berühmte Persönlichkeiten. Weiter gings zum Stadtteil Little Havanna, wo wir eine kurze Pause machten. Wir sahen dort einen Verein oder was das war, dort wurde wie verrückt Domino gespielt. Einige Kubaner zeigten ihr Temperament, sie schrien wie verrückt um. Also so hab ich mich beim Domino noch nie reingesteigert.

Gleich gegenüber war ein Zigarrenshop. Unerträglich der Gestank dort drinnen. Dann war die Pause e schon wieder um und es ging weiter quer durch Miami.

Die Tour dauerte etwa 2 Stunden, zwischendurch gab es Kämpfe gegen die Schwerkraft der Augenlider. Und ein ordentlicher Regenschauer durfte natürlich auch nicht fehlen. Pech für jene, die die anschließende Bootstour gebucht hatten. Für den Strand war es uns zu kalt, deswegen: Plan B, shoppen! In die Aventura-Mall. Etwa eine dreiviertel Stunde mussten wir fahren. Das eigentliche Highlight war die Fahrt dorthin, vorbei an einem Mega-Hotel nach dem anderen, unzählige Palmen und fette Autos.

Das einzige Geld, das ich im Einkaufszentrum ausgegeben habe war für das Essen (das erste Mal asiatisch).

Es gab keinen Aeropostal und die anderen Geschäfte waren einfach zu teuer. Aber generell wurde praktisch nichts gekauft, es war eben kein Outlet.

Daheim beschlossen wir, den Abend im Hotel zu verbringen, das erste Mal im Urlaub.

Wir statteten dem Supermarkt einen Besuch ab und deckten uns mit Getränken und Knabberzeugs ein. Diesmal spielten wir auf Ivans iPad Monopoly. Wir Männer erlitten eine bittere Niederlage, Nathalie nahm uns unser letztes Geld ab.

Irgendwie entstand dann noch eine  interessante Diskussion: Wo hat Berni Geburtstag? Denn an seinem Geburtstag (17.05., 05:52 MESZ) fliegen wir über mehrere Zeitzonen. Also wer will darf gerne Lösungsvorschläge Posten, unser Flieger startet am 16.05. um 17:05 und landet in Wien um ca. 12 Uhr (jeweils Ortszeit). Ich hab zwar eine Weile mitgerechnet, bin dann aber ausgestiegen. Berni und Ivan diskutierten bis 1 Uhr früh. Ich hatte mich bereits verabschiedet, der Blog musste ja schließlich auch geschrieben werden.

Habt eine angenehme Nacht!   

I’m in Miami, Bitch. Oder: I’m in Miami Beach? Aber bevor es an den Strand ging machten wir auf Selbstversorgung. Wir kauften uns im nahe gelegenen Supermarkt unser Frühstück, welches wir im Innenhof des Hotels verzehrten. Generell muss man sagen, dass die Lage des Hotels wirklich super ist. Wenige Minuten zum Strand, wenige Minuten zum Supermarkt, in der Nacht ruhig (zumindest in unserem Zimmer) und trotzdem mitten im Geschehen, denn der Ocean Drive ist auch gleich in der Nähe.

Im Supermarkt gab es auch noch so eine Touristeninfo, da buchten wir gleich eine Bustour durch Miami für den kommenden Tag. Zu einem Spezialpreis. Angeblich.

Dann marschierten wir an den Strand: Miami South Beach! Mein erster Eindruck: Schön aber Key West war schöner! Der Sand war weißer und weicher und die Palmen fehlten in Miami auch. Dafür war der South Beach einfach riesig groß und mehrere Kilometer lang. Eines haben aber alle Strände gemeinsam: Das verdammte Seegras!

Noch waren wir nicht im Wasser, noch war das Seegras noch nicht so störend. Zuerst wollten wir uns um Liegen kümmern. Mit 10 Dollar war man dabei. Schirm kostete 15 extra. Zum Glück sahen wir auch Strsndmuscheln, die vermietet wurden. Die kosteten zwar 20 Dollar, aber dafür hatten wir alle vier was davon.

Danach gönnten wir uns ein Wellenbad (es war nämlich sehr, sehr windig). Das Wasser war deutlich kühler als die letzten Tage und umso erfrischender. Endlich eine richtige Abkühlung!
Weil es heute nicht so extrem heiß war und der Wind die Temperatur zusätzlich abkühlte war es eigentlich ein guter Zeitpunkt zum Laufen. Ich wollte immer schon einmal barfuß am Strand laufen. Und dieser Strand war beinahe perfekt dafür: Er war langgezogen und bot damit eine schöne, lange Strecke. Der Boden war sauber, keine Muscheln oder sonstige Dinge (ausgenommen vereinzelte Steine, aber da muss man darüber stehen, wortwörtlich) die Verletzungen verursachen können.

Das Laufen tat mir echt gut. Endlich wieder einmal Sport. Es war schon ziemlich warm aber es war möglich. Man musste ja nicht so schnell laufen. Und nicht so weit. Alle die mich jetzt für verrückt halten: Ich war nicht der einzige Läufer am Strand, es waren echt viele Leute sportlich unterwegs. Einige auch barfuß.

Vorbei an den riesigen teuren Hotels, an Tausenden von Leuten, sogar eine kleine Baustelle war am Strand. Kitesufer, die zahlreichen Lifeguard-Türme,  Männer die auf einem freien Platz Football spielten. Insgesamt waren es etwa 8 Kilometer. Und das hinterließ auch Spuren: Eine Badehose ist eben nicht zum Laufen gedacht, deswegen hat sich die Haut ganz schön aufgescheuert. Naja, selbst schuld. Aber es war’s auf jeden Fall wert.

Den restlichen Nachmittag verbrachten wir am Strand. Dort ereignete sich nicht mehr viel Erwähnenswertes. Im Hotel beratschlagten wir die weitere Planung. Der Conclusio: Zuerst irgendwo am Oceandrive essen und danach noch ein paar Shops abklappern. Das Essen war natürlich teuer aber gut. Man muss es positiv sehen: Man zahlt ja nicht nur das Essen sondern auch das Rundherum. Es gibt nämlich so viel zu sehen. Den Amerikanern ist nichts zu blöd. Da laufen die fettesten Leute in Bikinis durch die Straßen. Schrille Outfits, gewagte Ausschnitte, Gangsterstyles (extrem weite Hosen, weite Shirts, Goldketten, schräg aufgesetzte Caps), also für Leute, die gerne Menschen beobachten ein Paradies. Es gibt hier scheinbar keine Tabus. Was auch noch auffällt: Teure Schlitten mit lauter Musik. All das gehört zum Ocean Drive.

Die Shops waren weniger interessant, Preise wie bei uns, da braucht man nicht lange stöbern.

Wir beschlossen dann noch uns ein paar Getränke zu kaufen (so Radler ähnliches Zeugs). Irgendwie schafften wir es, mithilfe der Klimaanlage (eingestellt auf 18 Grad) und physikalischen Tricks die Temperatur der Getränke über mehrere Stunden konstant kühl zu halten. Der Innenhof war ein guter Platz zum gemütlichen Zusammensitzen und Trinken. Nebenbei spielten wir zu viert eine Runde Risiko und genossen die ruhige Atmosphäre. Danach sollte es in einen Club gehen.

Zwei interessante hatten wir am Ocean Drive gesehen. Zuviel wollten wir aber auch nicht ausgeben. Der erste Club war eher in die lateinamerikanische Richtung, deswegen schauten wir zum 2. weiter. Da wurden wir gleich von einem Lied der Black Eyed Peas empfangen, den Titel muss ich wohl nicht erwähnen.

Die 10 Dollar Eintritt wollten wir riskieren. Das ganze war alles im Freien, die Anlage gehörte zu einem Hotel. Die Musik war echt geil. Und auch das Feeling in Miami fort zu sein. Es war eigentlich alles perfekt. Keine Typen vor denen man sich fürchten musste, die waren alle locker drauf, die Musik (es spielte noch einige “meiner” Lieder), das Wetter spielte mit, alles super. Aufmerksame Leser werden das Wort “eigentlich” entlarvt haben. Was ist das Wichtigste in einem Club? Die Getränke! Die waren schon ziemlich teuer. Ein Bier um 8 Dollar! Ein Bacardi Cola light (die Barkeeperin, an der nicht alles echt gewesen sein dürfte, fragte, ob ich eine starke oder schwache Mischung wollte) kostete 9,25. In einem kleinem Glas. Mit viel Eis. Aber selbst diese schwache Mischung war stärker als bei uns die starke.

Wenn man das Publikum beobachtete, viel eines auf: Die Mädels dürften das Geld, dass sie beim Essen brauchen bei der Kleidung einsparen. Anders sind diese extrem kurzen Kleider nicht zu erklären. Und da ist egal ob dünn (Ausnahmen bestätigen die Regel) oder dick, fast alle Frauen trugen ein extrem knappes Outfit.

Später gingen Ivan und ich auf die Tanzfläche. Keine 2 Minuten am Shaken folgte eine Durchsage: Die Roof Top Bar hatte geöffnet, jeder hatte Zutritt. Gratis. Die Chance nützten wir und stellten uns an. Eine Weile mussten wir warten, bis wir in den Lift einstiegen, der uns in den 7. Stock fuhr. Unter freiem Himmel konnte die Party weitergehen. Mit Ausblick auf Miami. Mit geiler Musik.

Wir blieben aber nicht lange am Dach, da Berni und Nathalie unten waren. Das ist ja das nächste Geile: Überall waren Flatscreens (sogar auf der Roof Top Bar) und es wurde Basketball übertragen. Das Spiel war gerade extrem spannend, es ging hin und her
Aber am Ärgsten waren einige Freaks, die sich da rein steigerten, dass es schlimmer nicht mehr geht. Die haben teilweise herumgebrüllt, unfassbar! Während des Spiels beschlossen wir, beim nächsten Spiel der Miami Heats ein Lokal aufzusuchen. Eigentlich wollten wir ja ein Spiel live erleben, aber die Karten waren schon ziemlich teuer. Und da gabs nur noch etwas ganz oben frei.

Schön langsam machten wir uns auf den Heimweg, es dürfte so gegen 2 Uhr gewesen sein. Aber erstaunlich, was sich trotz dieser Zeit noch auf dem Ocean Drive tat. Da kehrt wohl nie Ruhe ein.

Die Ruhe hatten wir dafür im Hotel. Zum Glück, denn ich war echt müde. Gute Nacht, liebe Leserschaft!

Die letzten Stunden auf den Keys waren angebrochen. Bevor wir die Stadt verließen fuhren wir noch zum südlichsten Punkt von Amerika. Beim Southernmost Point machten wir noch einige Fotos. Schließlich ist es einer der meistfotografiertesten Plätze der Welt. Ich kann das nicht durch eine Quelle belegen, aber irgendwo hab ich das irgendwann gelesen. Glaub ich halt. Dann wirkt es nämlich wichtiger, dass wir dort waren. Wir hielten einige Leute mit unseren Fotos auf. Einzelfotos, Gruppenfotos, Pärchenfotos (bevor jetzt wer blöd fragt: nur Berni und Nathalie), Multiple Exposures … 

Die anderen Touristen war aber sehr geduldig. Deutsche waren auch dabei. Generell waren schon einige deutschsprachige Touristen am südlichsten Key. Danach fuhren wir noch zum Hemingway-Haus. Die 13 Dollar ersparten wir uns, wir fuhren einfach hin, damit wir dort waren.

Dann gings endlich los. Naja, okay, frühstücken mussten wir schon noch. Ihop war mal an der Reihe. Die Speckschicht der Amerikaner dürfte echt jegliche Kälte abhalten, anders sind die gefühlten 10 Grad der Klimaanlage nicht zu erklären. Das war auch schon in einigen anderen Lokalen so. Und die Busse waren in dieser Hinsicht auch schrecklich.

Als ich die Karte sah, war ich gleich einmal baff. So viele Sachen! Hab ich schon einmal erwähnt, dass ich das hasse? Ich will genau drei Sachen zur Auswahl haben. Eines, das mir schmeckt, eines, das mir überhaupt nicht schmeckt, und ein durchschnittliches Gericht.

Ich weiß gar nicht mehr, was ich bestellt habe, irgend so eine Combo mit Eiern, Speck und so komisch geschnittenen Erdäpfel (nein, ich meine keine Pommes, die würd ich erkennen; das sah irgendwie wie Zwiebel aus). Dazu gabs dann noch so eine Art Pancakes. Auch wenn es ausgiebig war, auf meinem Teller blieb nichts übrig, wer weiß, wann ich das nächste Mal zum Essen komme. Und es war ja nicht so, dass es eine Qual war, es war echt gut.

Das einzige, das nicht so gut war, war die Bedienung. Eine ziemlich in die Jahre gekommene Frau fragte anfangs, ob wir getrennte Rechnungen wollen. Als wir bejahten, verzog sie das Gesicht. Dann solls gleich gar nichtfragen, oder: “Wos isn des fia a deppate Frog?”. Ich glaube, sie ist sich nicht bewusst, wieviel auf der Karte steht. Oder wir waren die einzigen, die so lange zum Auswählen brauchen. Jedenfalls fragte sie im Minutentakt (und das ist nicht übertrieben), ob wir bereit wären.

Beim Aufnehmen der Bestellung musste man auch die Reihenfolge einhaltem, sonst würde das das Konzept mit den separaten Rechnungen durcheinanderbringen. Ich glaube, die Sympathie war auf beiden Seiten nicht vorhanden. Die hat uns sicher ins Essen gespuckt.

Frisch gestärkt ging die Reise los. Next Stop: Bahia Honda State Park!
Angeblich einer der schōnsten Strände Amerikas. Wir zahlten zu viert 10 Dollar Eintritt, aber der war es schon nach wenigen Minuten wert. Wir gingen nämlich über eine Brücke, die über das Meer führte. Und die Aussicht war fantastisch. Daneben war eine andere Brücke und zwar die, über die man mit dem Auto fährt. Unsere hörte in der Mitte auf undwurde einige Meter weiter fortgesetzt. Das sah sehr cool aus. Und der Ausblick aufs Meer. Türkeys! Wahnsinn! Dann sah man noch eine winzige Insel, also wirklich klein. Da wär ich gern gewesen, aber nur durchs Schwimmen kommt man dort nicht hin. Aber man kommt hin, das bewiesen einige Köpfe, die man erkennen konnte.

Danach begaben wir uns zum eigentlichen Strand. Dieses —————————————————————————————- (wurde von der WordPress-Redaktion zensiert) Seegras. Der ganze Strand war voll damit.man konnte sichkaum hinlegen. Und wenn doch, dann waren da Kraben unterwegs.

Dafür war das Wasser umso toller. Der Sand am Boden angenehm weich, das Wasser wunderschön türkis, angenehm kühl und glasklar. Dennoch hielt ich mich nicht lange darin auf, Sonnenbrandgefahr!

Einige Sunden später setzten wir unseren Trip fort. Berni ärgerte sich (zurecht) über die Geschwindigkeitsbeschränkungen und versuchte seine Langeweile mit Pilotendurchsagen zu überbrücken: “Hier spricht der Pilot, wir befinfden uns in 20 Feet Höhe mit einer Geschwindigkeit von 45 mph. Das Wetter ist sonnigund wir werden bald landen”.

Action hatten wir dann später. Ein Polizeiauto fuhr hinter uns her. Und wir wussten nicht wie schnell wir fahren durften. Das Navi zeigte 35, irgendwo sahen wir 45, also wählte unser Pilot die goldene Mitte. Aber echt blöd, wenn man erster einer mittlerweile langen Schlange ist und nicht weiß, wie schnell man fahren darf.

Zum Glück fuhr dann ein Auto bei der nächsten Anschlussstelle vor uns. Der Typ war aber Nur mit 35 unterwegs. schlechtes Gewissen packte uns, denn hinter uns waren immer noch die Cops. Die verließen aber zum Glück die Autobahn. Dachten wir. Das Blaulicht ging an. Nein! Nicht jetzt! Wir gaben Berni in der Zwischenzeit wertvolle Tipps: “Schmeiß ihm einen Rucksack zu und schrei ganz laut: ‘This is for Allah'”. Wir hatten aber Glück, es wurde nur der Typ hinter uns aufgehalten.

Bei Subway stärkten wir uns bei winterlichen Temperaturen. Unglaublich, wie kalt man eine Klimaanlage stellen kann. Die Sandwiches verputzten wir entsprechend schnell.

Dann gings weiter Richtung Miami Beach. Die weitere Fahrt verlief bis auf ein paar extrem knappe Spurwechsel der anderen Autos ereignislos. Zum Hotel hatten wir schnell gefunden, für den Parkplatz mussten wir noch eine Runde um den Block fahren. Das war ja auch eigenartig, die haben da einen Parkwächter, der die Autos am hoteleigenen Parkplatz bewacht. Bis wir ihm unsere Situation erklärt hatten, dauerte es eine Weile. Der konnte ungefähr so gut englisch wie wir vier gemeinsam spanisch. Nachdem wir unsere Zimmernummer hatten mussten wir bei dem Parkwächter unseren Schlüssel abgeben, der Typ hatte also von jedem Auto am Parkplatz die Schlüssel. Die Tatsache, dass neben seinem Tisch ein Feuerlöscher war (der ganze Parkplatz befand sich im Freien) erweckte nicht unbedingt mehr Vertrauen.

Dafür war die Rezeptionistin umso lieber. Sie hatte einen starken spanischen Akzent. Anfangs war sie noch ziemlich kalt, aber dann taute sie auf. Wir bekamen sogar ein kleines Geschenk für den Aufenthalt. Und sie bot uns scherzhaft Hilfe beim Koffertragen an. Den Aufzug suchten wir nämlich vergeblich. Zum Glück fangen die Amis bei den Stockwerken bei 1 zum Zählen an, denn sonst hätten wir uns länger geplagt beim Schleppen. Aber die Zimmer waren schön sauber. Einziges Manko war das WLAN, das wieder nur in der Lobby funktionierte.

Nach dem Duschen gings auf den Ocean Drive, der Straße die am nähesten am Strand liegt. Da war ordentlich was los. Ein Restaurant neben dem anderen, viele Leute (davon viele mit einigen chirurgischen Eingriffen), Bars und und und. Die Straße war echt lang, ganz durchmarschieren wollten wir auch nicht, deswegen suchten wir uns ein nettes Lokal mit einem weniger netten Kellner. Jetzt weiß ich auch, warum Chris so über die Spanier geschimpft hatte. Dafür war es günstig: 3 Cocktails, 1 Bier inklusive Steuern und verpflichtetem Trinkgeld um 68,34 Dollar. Getrennt bezahlen war zu diesen Diskontpreisen nicht möglich.

Aber die Cocktails waren wenigstens gut. Und wir bekamen etwas vom Straßentreiben mit. Teure Autos mit lauter Musik, einige Schwule und eine Gruppe von Schwarzen mit goldenen Zähnen. Den Blickkontakt vermieden wir besser.

Wir ließen uns sicherheitshalber ein Codewort für “Neger” einfallen, Sicherheit geht vor.

Wir spazierten dann noch die Collins Avenue, eine Parallelstraße zum Oceans Drive, zurück. Dabei erspähten wir noch ein paar Shops, welche wir uns für die kommenden Tage vormerkten.

Im Hotel platzierten wir uns in der Lobby, die Internetsucht war schuld daran. Draußen war es echt angenehm, aber mein Handy verlor andauernd das Signal, deswegen wanderte ich hinein, dort konnte ich endlich surfen. Ein Mitarbeiter des Hotels sprach gleich mit mir, die übrigen Fragen, woher usw. Ich erkundigte mich nach der Kriminalität und er meinte, dass es in Miami schlimm sei. Erst am Vortag seien 2 Polizisten am Highway erschossen worden. Das stimmt zwar schon etwas nachdenklich, aber die wirklich argen Viertel werden wir ohnehin meiden. Da wird uns nichts passieren.

Ja es war spät geworden, Zeit für’s Bett, gute Nacht!

Der letzte ganze Tag in Key West, das Aufstehen fiel mir etwas schwer. Wir machten uns am Vortag aus, dass es jedem selbst überlassen ist, ob er frühstücken geht oder nicht. Wichtig war nur der Treffpunkt um 9:15 beim Busparkplatz. Da ich einen weiteren Strandtag ohne einer ordentlichen Unterlage nicht überstehen würde, beschloss ich, alleine frühstücken zu gehen. Vollkommen auf mich alleine gestellt meisterte ich alle Fragen und Phrasen mit Bravour.

Dann gings in den Bus zum Strand. Zur Sicherheit hatten wir davor noch einmal gefragt, ob es auch wirklich der richtige Bus ist. Am Strand wurde erstmal gedöst. Später sahen wir dann wieder den Beach-DJ. Diesmal aber ohne Musik. Wir rätselten, ob er ein Obdachloser war, irgendwie wirkte er schon ziemlich verwahrlost. Aber mit Handy? Naja, ein moderner Sandler halt.

Wir vertrieben uns die Zeit auf altmodische Art. Mit Zettel und Papier wurde Hangman und Wer bin ich?  (Wie bitte soll man erraten, dass man ein Mehlwurm ist?) gespielt. Zwischendurch versuchten Berni und ich eine Palme zu erklimmen. Gar nicht so leicht aber andere Strandgäste haben uns freundlich zugewunken und angefeuert. Ganz rauf war aber doch etwas zu gefährlich, weil die eigentliche Schwierigkeit das Herunterklettern war.

Am späten Nachmittag fuhren wir wieder mit dem Shuttle heim, der Fahrer war auch ein cooler Typ. Dass er Italiener war, erkannte man an seinen Gesten. Die dürften sowieso glücklich über Autos mit automatischer Schaltung sein, denn dann kann man während der Fahrt noch mehr mit den Händen rumfuchteln. Er gab uns noch ein paar Tipps, welche Gegenden man am besten bei Nacht in Miami meiden sollte.

Zurück im Hotel machten wir uns wieder frisch. Naja nicht gleich, der Roomservice wurde nicht durchgeführt. Wir meldeten, dass an der Rezeption und der Mann versprach, dass es in einer Viertelstunde erledigt sei. Um uns die Wartezeit zu versüßen, bekamen wir einen Keks.

Generell ist mir das Hotel echt schon ein wenig unsympathisch. Das Personal an der Rezeption war ja nett, aber alleine die Tür machte mich fertig. Man musste sie so fest zuknallen, dass man schon fast dachte, sie fällt auseinander. Und das WLAN geht auch nur in der Lobby und am Gang. In unseren beiden Zimmern hatten wir keinen Empfang. Also viel fehlt da nicht mehr zu dem einen Motel, dass wir hatten.

So genug gemeckert, wo bin ich stehengeblieben, beim frisch machen. Dann kurvten wir wieder mit dem Bus Richtung Zentrum. Wir wollten uns am Mallory Square etwas stärken und wurden schlussendlich bei einem Kubaner fündig. Sehr, sehr lecker. Interessant war auch das Flair. Es laufen ja in ganz Key West lauter Hühner rum. Diesmal sogar beim Essen. Unter dem Tisch (wir saßen natürlich im Freien), war interessant zuzusehen. Sogar Küken und auch vereinzelt Tauben. Manchmal beißen sie sogar zu. Eine Frau am Nebentisch dürfte dem Herzinfarkt sehr nahe gewesen sein, so wie sie plötzlich aufschrie.

So, nun hatten wir noch eine gute Viertelstunde, um den Sonnenuntergang miterleben zu können. Wir zahlten (Also das mit dem Zahlen ist hier echt eine Wissenschaft! Die verrechnen eh schon großzügig Trinkgeld und dann krallen sie sich auch ungefragt das Restgeld, wenn man es nicht genau hat.) und spazierten zum Wasser. Da war natürlich schon einiges los, die Straßenkünstler hatten auch schon aufgebaut und warteten bis die Sonne untergegangen ist, damit sie ihre Aufmerksamkeit hatten.

Dann merkten wir, dass die Position auch nicht ideal war, wir würden wieder keinen Sonnenuntergang über dem Meer erleben. Warum? Weil sich eine Insel genau davor befand, die Sonne würde hinter der Insel verschwinden. Und so war es dann auch. Kaum war sie weg, schrie ein Mann mit lauter Stimme und einer Anzahl an Zähnen, die nicht viel mehr waren, als es Hochhäuser in Key West gibt (meiner Ansicht ist Key West keine Stadt sondern ein großes Dorf), um Aufmerksamkeit. Etwa 15 Minuten faselte er etwas von seiner Schwertshow, bat um Applaus, bis er es zur Hälfte in seinem Mund verschwinden ließ.

Daneben war ein Seiltänzer, der in einigen Metern Höhe auf einem Seil balancierte. Bis zur Mitte schaffte er es, dann sprang er, blieb kurz stehen, und verabschiedete sich mit einem “Shit” vom Seil, er hatte das Gleichgewicht verloren. Manch ein Klassenkollege würde wohl die Frage stellen: “Wo ist der jetzt hin? Ist der jetzt unten?”. 

Einige Meter entfernt versuchte sich ein Artist auf einem Einrad in luftiger Höhe, auch hier scheiterte sein Kunststück, einen Hut händelos vom Kopf zum Fuß und wieder zurück zu bewegen. War wohl nicht der Tag der Künstler, obwohl man beim Letztgenannten dazusagen muss, dass hier der Wind auch eine tragende Rolle spielte.

Einige Shows sahen wir uns noch an, doch meist dauerten die zu lange, es wurde einfach viel zu viel geredet. Action! We need Action! Dann machten wir uns auf dem Weg zur Duval Street. Am Weg dorthin kamen wir bei zahlreichen Souvenir-Shops vorbei, da stach mir gleich ein Charly-Hemd ins Auge. Aber 90 Dollar für ein Bowling-Hemd waren mir doch etwas zu viel.

Dann wollten wir zu Ric’s, das Lokal, dass uns der Taxler empfohlen hatte. Aber da war gar nichts los. Der Flying Monkey war dann unser nächster Stop. Dort gabs auch Frozen Daiquiris. Diesmal wars aber nur einer und der ohne Extra-Shot. Wenn da noch ordentliche Musik laufen würde, hätte er Fat Tuesday den Rang abgeflogen.

Nach dem erfrischenden Getränk schlenderten wir ein letztes Mal durch die Stadt. Vorbei an einem Straßenmusiker der etwas anderen Art. Mit e-Gitarre und einem Geschrei, wo man sich denkt: “Is des notwendig?”. So richtiges Heavy-Metal-Gebrüll, grauslich! Vorbei noch einmal bei den Bars. Am liebsten wäre ich in jede Bar mit Livemusik gegangen. U2, Tom Petty, Bon Jovi… *schwärm* Leider geht sich das in wenigen Tagen einfach nicht aus. Schade!

Im Shuttle wurden wir vom einer Frau angesprochen, woher wir waren. Das wird allgemein sehr oft gefragt, im Taxi, beim Einkaufen, beim Essen, find ich cool irgendwie. Dann plauderten wir über Wien, denn sie war voriges Jahr mit ihrem Ehemann dort. Sie liebt diese Stadt (viel anderes konnte sie ja auch nicht sagen, wir waren ja zu viert) und allgemein Europa. Ja, Wien ist ja auch wirklich eine tolle Stadt. Aber Key West auch. I’m lovin’ it.

So, die Fahrt war zu Ende, die Plauderei auch. Morgen werden wir unsere letzten Stunden hier verbringen, dann gehts rauf nach Miami.

Leicht gerötete Grüße
Euer Markus

Der erste Morgen in Key West. An Ausschlafen war nicht zu denken, da der Verkehr schon ziemlich laut war. Zusätzlich fuhr ein Einsatzwagen der Feuerwehr oder Polizei durch die Straße. Wenn ihr glaubt, dass unsere Einsatzfahrzeuge laut sind, dann habt ihr das noch nicht gehört. So wie in den Filmen, nur noch etwas lauter.

Frühstück nahmen wir im hoteleigenen Restaurant zu uns, da kann ich die Studie mit dem Besteck fortsetzen: Muss man dafür zahlen, bekommt man richtiges Besteck. Geschmacklich war es schon sehr gut.

Danach ging es in die Zimmer um unsere Sachen für den Strand zu packen. Den Bus wollten wir um 9:30 nehmen. Ich war bereits etwas früher da und sah, dass ein Shuttle bereits da war. Also fragte ich, ob uns dieser an den Strand bringen würde. Die Antwort fiel negativ aus, denn er fuhr ins Zentrum.

Dann war er endlich da unser Bus. Nach den ersten Kreuzungen kam uns das etwas komisch vor. Der wird doch nicht ins Zentrum fahren. Natürlich war das der Fall. Wir fragten den Chaffeur, ob er nicht an den Strand fahren würde, doch wir waren im falschen Bus. Mein Englisch ist weiß Gott nicht das Beste, aber ich war mir zu 100% sicher, dass der andere Bus ins Zentrum fuhr. Der Beachbus dürfte einfach ausgefallen sein. Das ärgerte nicht nur uns, nein, auch andere Fahrgäste wolten zum Strand.

Der Fahrer fuhr uns dann aber doch an den Strand. So sahen wir halt etwas von Key West. Und danach den Strand. Kennt ihr noch den feinen Sand von den Sandkisten früher? Den richtig feinen. Und das ganze stellt ihr euch in weiß vor. Genau so war nämlich der Strand dort. Zusätzlich noch ein paar Palmen, traumhaft. Einzig das Wasser war nicht so toll. Es war gegenüber Palm Beach noch um eine Spur wärmer. Und was am meisten störte war das Seegras. Aber da muss man durch (wortwörtlich). Der Meeresgrund war anfangs schön weich, je weiter man hineingeht desto gatschiger. Neusiedlersee lässt grüßen.

Es gab auch Liegen. Läppische 10 Dollar pro Stück. Ohne Schirm. Im Sand liegt es sich genauso gut. Also suchten wir uns ein schattiges Platzerl unter den Palmen und genossen die Ruhe. Ganz ruhig wars allerdings nicht, neben uns hatte es sich ein Typ auf einer Bank bequem gemacht. Der schnitzte an Kokosnüssen oder ähnlichem Zeugs herum und hatte mit seinem Handy Musik gemacht. Irgendein Radiosender, bei dem es aktuelle Lieder spielte, passte gut zum Strand.

Irgendwann war er dann plötzlich weg. Für mindestens 2 Stunden. Aber die Musik ließ er laufen, der ließ einfach alles unbeaufsichtigt rumliegen. Seltsamer Typ. Wir rätselten, was in seinem Rucksack sein könnte. Eine Bombe vielleicht? Wir werden es nie erfahren, aber in die Luft ist jedenfalls bis jetzt nichts gegangen.

Ein paar mal gingen wir ins Wasser, um uns abzukühlen, aber das war dann nicht mehr möglich. Das Wasser war mittlerweile brunzwarm (denkt mal darüber nach). Gegessen hatten wir nichts mehr, Appetit hatte man bei dieser Hitze keinen. Stattdessen erfrischten wir uns mit irgendwelchen Drinks, die wahrscheinlich mehr Kalorien hatten, als bei uns ein Mittagessen.

Mittlerweile nervte das Eincremen gewaltig. In der Früh gehts ja noch, aber kaum ist man im Wasser, dann wirds blöd. Außerdem kratzen die Sandkörner am ganzen Körper, da kommt man leicht in Versuchung, die Sonnencreme etwas zu vernachlässigen. Das Ergebnis präsentierte sich am Abend, ein kleiner, leichter Sonnenbrand. Aber ein Urlaub ohne Sonnenbrand ist kein Urlaub (wenn man nicht gerade irgendwo im Norden urlaubt).

Mit dem Suttle, wir waren überrascht, dass der überhaupt gekommen ist, gings zurück ins Hotel. Frisch gemacht waren wir auf dem Weg zur Thailändischen Cousine. Da dürfte nur der Koch ein Thai gewesen sein, denn sonst sahen wir niemanden, der auch nur irgendwie asiatischer Herkunft sein könnte. Eigentlich nebensächlich, denn das Essen schmeckte vorzüglich.

Dann war die Roof-Top-Bar unser Ziel. Eine Bar im Dachgeschoß eines Hotels, von der aus man einen herrlichen Ausblick auf das Meer inklusive Sonnenuntergang hatte. Dort oben war natürlich nicht wenig los. Alle warteten auf den Zeitpunkt, wenn die Sonne über dem Meer langsam verschwindet. Und alle waren genauso böse auf die Wolke, die Minuten davor dieses Ereignis verdeckte. Aber wir hatten es zumindest versucht.

Ivan blieb noch eine Weile oben, er wollte weiterhin fotografieren, während der Rest einen Durst verspürte. Wir wollten eine Daiquiri-Verkostung durchführen. Natürlich im Fat Tuesday (den Reisepass hatte ich natürlich wieder dabei). Hier gab es im Vergleich zu der kleinen Bar in Orlando eine größere Auswahl, unter anderem auch Swamp Water. Während ich damals in Orlando nicht dachte, dass man 2 von diesen Drinks hinunterbekommt (die Dinger sättigen total), gings diesmal deutlich besser. Vielleicht lag es auch Extrashot, den wir brav dazunahmen. Mein Favorit ist übrigens Banana Berry.

Die Stimmung wurde immer besser (Ivan war mittlerweile auch zu uns gestoßen), und ich war mittlerweile im Dreiminutentakt beim DJ, manche Lieder braucht man einfach um Vollgas zu geben. Und der hat auch allesbrav gespielt (nein, ich hab mir kein Rotes Pferd oder Ähnliches gewunschen).

Danach gings noch einmal zum Sloppy, natürlich wieder mit Liveband, und danach mit dem Taxi zurück ins Hotel. Der Taxler bekam vom Berni ein nettes Kompliment: “You are the politest taxi driver i ever had”. Er empfahl uns dann noch ein Lokal, dass wir unbedingt besuchen mussten. Einzig die Frage “Is anyone of you gay?” machte uns etwas stutzig. Zur Erklärung: Key West gilt als Schwulenhochburg. Ich muss aber sagen, dass mir hier nicht sonderlich mehr Homosexuelle wie sonst irgendwo aufgefallen sind.

Endlich daheim fiel ich sofort ins Bett. So schnell wie an diesem Abend bin ich im ganzen Urlaub noch nicht eingeschlafen. Ich war wohl sehr müde…